Andreas Felger, Herrlichkeit, 2001, © AFKS
Blattgold auf Holz, 340 x 340 x 340 cm, Christus Pavillon, Kloster Volkenroda
Mimo Mali, Fontäne des Glücks, 2022, © Mimo Mali
Mischtechnik auf Leinwand, 220 x 220 x 220 cm, Christus Pavillon, Kloster Volkenroda
Mimo Mali, Fountain of happiness, 2022, © Mimo Mali
200 x 200 x 200 cm, Acryl- und Leuchtfarben auf Leinwand, ausgestellt in: Andreas Felger, Herrlichkeit, Kammer im Christus Pavillon, Kloster Volkenroda
Herrlichkeit
2001
Blattgold auf Holz
270 x 270 x 270 cm
Christus Pavillon, Kloster Volkenroda

 

Mimo Mali
Fontäne des Glücks
Mischtechnik auf Leinwand
220 x 220 x 220 cm

 

Die Andreas Felger Kulturstiftung hat die Künstlerin Mimo Mali 2022 eingeladen, mit den von Andreas Felger im Jahr 2001 gestalteten Kammern im Christus Pavillon (Kloster Volkenroda) in einen künstlerischen Dialog zu treten. Mali ist eine multidisziplinäre Mixed-Media-Künstlerin, eine urbane, kreative Nomadin mit nordafrikanischen und deutschen Wurzeln, die an der Kunsthochschule Weissensee in Berlin studiert hat und aktuell in Mexiko lebt. Im September 2022 wurde die Ausstellung Light in the Darkness mit Interventionen Malis in allen neun Kammern Andreas Felgers eröffnet. Mali zeigte sich als Malerin, arbeitete aber auch mit Objekten, Collagen und Elementen von Rauminstallationen.

Unter den neun Räumen hat die Herrlichkeit betitelte Kammer einen Sonderstatus. Mit wenigen Mitteln, einem schlichten Kreis in der Mitte der Kammer, die komplett mit Blattgold ausgestaltet ist, gelingt es Felger, mit dieser Raumgestaltung eine überaus kraftvolle Wirkung zu erzeugen. Die räumliche Dimension der Kammer ist aufgrund der lichtreflektierenden monochromen Goldfarbe kaum abschätzbar. Es scheint, als hätten sich hier die irdischen Dimensionen aufgelöst.

Mimo Mali fand einen unmittelbaren Zugang und eine ‚glückliche‘ Antwort auf diese Kammer, indem sie auf die raum-bildlichen Vorgaben ebenfalls mit reduzierten künstlerischen Mitteln reagierte. Sie stellt ein schlichtes, gleichschenkliges Dreieck vor den goldenen Kreis. Zwei geometrische Grundformen treffen aufeinander, die in der christlichen Ikonographie oft für die Darstellung des Vollkommenen, des Göttlichen und des Dreieinen verwendet werden. Hier ragt die Dreiecksspitze in die Mitte und konzentriert damit Energie und Aufmerksamkeit auf das Zentrum des goldenen Kreises. Im Innern des Dreiecks fließen kräftige, bewegte Farben zueinander, mit einer „Dynamik des Farbauftrags“, die „nach oben geht. Für mich ist es eine Fontäne des Glücks, die den Aspekt der Herrlichkeit um den der Glückseligkeit bereichert“ (Zitat Mimo Mali anlässlich der Ausstellungseröffnung).

Text von Kurt Freitag

Kurt Freitag ist ein essayistisch veranlagter Gelegenheitsschreiber gemäß Clarice Lispectors Credo: „Ich schreibe nur, wenn ich Lust dazu habe. Ich bin ein Amateur und bestehe darauf, das auch zu bleiben. Ein Profi hat eine persönliche Verpflichtung zum Schreiben. Oder eine Verpflichtung gegenüber jemand anderem, um zu schreiben. Was mich betrifft … ich bestehe darauf, kein Profi zu sein. Um meine Freiheit zu behalten.“ In diesem Sinne entstehen seine Texte zur Kunst, zum Leben und zu den Kammern im Christus Pavillon.